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Hellsinne – die Sprache der Intuition

18. Aug.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Aug.

Was sind Hellsinne?

Im spirituellen Kontext werden besondere Wahrnehmungen häufig als Hellsinne bezeichnet. Sie beschreiben feine intuitive Eindrücke, die sich nicht unmittelbar über unsere klassischen fünf Sinne erklären lassen.


Hellsinne können als eine besonders feine Form der Intuition verstanden werden. Wie innere Antennen ermöglichen sie uns, Menschen, Situationen und auch unser eigenes Inneres bewusster wahrzunehmen. Manchmal zeigt sich diese Wahrnehmung als inneres Bild, ein plötzliches Wissen, ein Gefühl oder ein spontaner Gedanke. Somit können Hellsinne dazu einladen, die eigene Wahrnehmung zu verfeinern, nach innen zu lauschen und den leisen Impulsen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.


Die sechs Hellsinne

Grundsätzlich wird zwischen sechs Hellsinnen unterschieden, wobei ihre Ausprägung von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein kann. Bei manchen Menschen sind ein oder zwei Hellsinne besonders stark ausgeprägt, während andere nur schwach wahrnehmbar sind oder zunächst kaum in Erscheinung treten. Ich bin überzeugt, dass Hellsinne zu unserem natürlichen Wesen gehören und wir im Laufe unseres Lebens lediglich den Zugang zu ihnen verloren haben – die einen mehr, die anderen weniger. Und genau deshalb kannst auch du diesen Zugang wiederfinden.


Bei mir sind Hellfühlen und Hellwissen bereits seit meiner Kindheit treue Begleiter. Das Hellsehen hingegen hat sich im Laufe der Zeit immer stärker entwickelt – insbesondere, seit ich begonnen habe, dieser Wahrnehmung bewusster Raum zu geben. Auch auf der Ebene des Hellhörens reagiert mein System sehr fein. Authentische, aus der Seele heraus entstehende Musik oder bestimmte Stimmfarben können mich tief bewegen und berühren. Es ist eine Wahrnehmung, die für mich weit über das reine Hören hinausgeht.


  • HELLSEHEN [Bildern, Symbolen, Farben, Szenen oder Eindrücken] Du überlegst, wie du einen bestimmten Raum gestalten möchtest. Plötzlich hast du ganz spontan ein klares inneres Bild davon, wie der Raum aussehen könnte – du siehst förmlich die Farben, Möbel und Anordnung vor deinem inneren Auge. Erst später stellst du fest, dass genau dieses Bild bereits zu deinen unbewussten Vorstellungen gepasst hat.

  • HELLFÜHLEN [Emotionen, Stimmungen, Körperempfindungen] Du kommst zu einer Feier und alle Menschen unterhalten sich ganz normal. Trotzdem hast du sofort das Gefühl, dass zwischen zwei Personen etwas nicht stimmt. Niemand sagt etwas und nach außen wirkt alles freundlich – dennoch nimmst du eine gewisse Spannung wahr.

  • HELLWISSEN [Unmittelbares Wissen ohne scheinbar keine nachvollziehbare Informationsquelle] Du lernst jemanden zum ersten Mal kennen und hast sofort ein starkes Gefühl, dass diese Person für deinen weiteren Weg wichtig sein wird. Du kannst nicht erklären, warum du das denkst, und es gibt eigentlich keinen konkreten Grund dafür. Du hast einfach eine unmittelbare innere Gewissheit.

  • HELLHÖREN [Innere Worte, Sätze, Stimmen oder Geräusche] Du überlegst, ob du eine bestimmte Entscheidung treffen sollst. Plötzlich kommt in deinem Inneren ein ganz klarer, kurzer Satz: „Warte noch ein bisschen.“ Dieser Gedanke fühlt sich anders an als dein gewöhnliches Grübeln – eher wie eine ruhige, spontane innere Stimme.

  • HELLRIECHEN [Gerüche ohne offensichtliche Quelle in der unmittelbaren Umgebung] Du sitzt zu Hause und plötzlich nimmst du für einen kurzen Moment einen ganz bestimmten Duft wahr – zum Beispiel das Parfüm deiner Grossmutter. Du schaust dich um, kannst aber keine Quelle für den Geruch finden. Sofort musst du an sie und eine gemeinsame Erinnerung denken.

  • HELLSCHMECKEN [Geschmacks ohne Entsprechendes zu essen oder trinken] Du denkst plötzlich intensiv an deine Kindheit und hast für einen Moment den Geschmack eines Kuchens im Mund, die deine Grossmutter früher gemacht hat. Obwohl du gerade nichts gegessen hast, ist der Geschmack erstaunlich deutlich und löst sofort eine bestimmte Erinnerung aus.


Hellsinne im Alltag

Interessant kann es sein, die eigenen Eindrücke zunächst einfach zu beobachten, ohne sie sofort zu bewerten, zu erklären oder zu negieren. Zu Beginn hat es mir geholfen meine Wahrnehmung grundsätzlich als wahrnehmbar und bedeutsam anzunehmen – und mich dann wie eine Detektivin auf die Suche zu machen: Warum fühle ich das? Was möchte mir dieser Impuls zeigen?


Durch das bewusste Beobachten, Hinschauen, Hinfühlen und Hinhören dauf dein eigenes System in der Interaktion mit deiner Umwelt lernst du mit der Zeit, deine Impulse immer klarer zu erkennen und voneinander zu unterscheiden. Ich vergleiche diesen Prozess gerne mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Denn letztlich lernst du dabei, deine persönliche Sprache der Intuition kennen und verstehen.


VERTRAUEN AUFBAUEN

Immer wieder wirst du Situationen erleben, in denen sich eine Wahrnehmung im Nachhinein bestätigt. Sammle diese Momente wie kleine persönliche Schätze. Sie können dir helfen, Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung zu entwickeln. Bei mir selbst gab es einige solcher Schlüsselmomente, beispielsweise folgender. Kurz bevor ich mich auf den Jakobsweg begab, befand ich mich in einer Kennenlernphase mit einem Mann. Sein Tempo war deutlich schneller als meines, denn er sehnte sich sehr nach einer Partnerschaft. Mein natürliches Tempo ist viel langsamer – und da ich kurz davorstand, für einige Zeit wegzugehen, konnte ich ihm nicht sofort eine klare Antwort darauf geben, wo ich emotional stand. An dem besagten Tag sass ich gegen 10 Uhr fröhlich gestimmt in meinem Auto und wollte gerade losfahren. Plötzlich wurde mir aus dem Nichts übel. Gleichzeitig musste ich an ihn denken. Ich konnte mir diese Reaktion überhaupt nicht erklären. Erst später stellte sich heraus, dass genau zu diesem Zeitpunkt seine Entscheidung gefallen war, neben mir noch weitere Frauen kennenzulernen.


Solche Erlebnisse haben mich gelehrt, meine Wahrnehmungen nicht einfach beiseitezuschieben, sondern genauer hinzuschauen. Manchmal habe ich mein Gegenüber direkt gefragt, manchmal hat sich die Bedeutung im Laufe eines Gesprächs erschlossen. Und manchmal habe ich andere Möglichkeiten genutzt, um eine Wahrnehmung für mich zu überprüfen. Bis heute ist beispielsweise der Armlängentest aus der Kinesiologie ein wichtiges Werkzeug für mich, um Informationen gegenzuprüfen. Dabei habe ich schnell gelernt, wie entscheidend es ist, präzise Fragen zu stellen, damit bei einer reinen Ja-/Nein-Abfrage möglichst klare Ergebnisse entstehen. Auf diese Weise entsteht mit der Zeit ein immer bewussterer Umgang mit den eigenen Hellsinnen. Du beginnst zu erkennen, wie sich ein intuitiver Impuls in deinem Körper anfühlt, wie sich ein Gedanke von einem inneren Wissen unterscheidet oder woran du bemerkst, dass eine Wahrnehmung tatsächlich aus deiner Tiefe kommt.


IN DER PRÄSENZ SEIN

Heute ist mir auch bewusst, warum ich manche dieser klaren Zeichen damals überhaupt so deutlich wahrnehmen konnte: Ich hatte mir eine Auszeit genommen. Mein System war nicht von Stress und den Anforderungen des Alltags überladen. Ich war nicht meilenweit von mir selbst entfernt, sondern hatte Raum, mir selbst zu begegnen und wahrzunehmen, was in mir geschieht. Genau diese Räume der Präsenz und des Im-Moment-Seins halte ich für elementar, wenn du deine Hellsinne bewusster wahrnehmen und entwickeln möchtest. Je voller dein Kopf und je angespannter dein System ist, desto schwieriger wird es, die leisen Impulse überhaupt zu hören. Erst wenn du langsamer wirst, entsteht Raum für das, was sonst leicht überhört, überfühlt oder überdacht wird.


Dabei lohnt es sich, auch die eigene Intuition oder Herzintelligenz ernst zu nehmen. Oft nimmt unser System Informationen wahr, lange bevor unser Verstand sie bewusst verarbeitet hat. Ein Blick in die Natur macht diese besondere Form der Wahrnehmung eindrücklich sichtbar: Immer wieder wird darüber berichtet, dass Tiere ihr Verhalten vor Naturereignissen wie Tsunamis verändern und sich beispielsweise ins Landesinnere zurückziehen, bevor die Gefahr für Menschen offensichtlich wird.

Das zeigt mir sehr deutlich wie unschlagbar die Intuition ist.


ERINNERE DICH

Deshalb geht es gar nicht darum, unsere Hellsinne „zu erlernen“, sondern vielmehr darum, wieder Zugang zu einer Fähigkeit zu finden, die in uns bereits vorhanden ist. Je mehr wir im Jetzt ankommen, desto eher können wir wahrnehmen, was unser eigenes System uns mitteilen möchte.


1 Kommentar


Vielen Dank für diesen aufklärenden, informativen und feinfühligen Artikel liebe Andrea. Ich konnte einige Erkenntnisse gewinnen, bzw. habe ein paar Impulse für mich mitgenommen. Herzlich, Claudia

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